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Europa Television
(Projektname: Olympus TV) startete am 5. Oktober 1985 als erstes öffentlich-rechtliches, paneuropäisches Vollprogramm. Veranstaltet wurde es von fünf Teilnehmern der EBU, der Europäischen Rundfunkunion. Gesendet wurde von 18:00 bis 23:00 Uhr in vier Sprachen.
Schon 1965 bzw. 1968 gab es erste Vorschläge für ein paneuropäisches Vollprogamm – ADAM (Alternative Dual Anticyclic Model) und EVE (Eurovision Experiment) schafften es jedoch nur auf’s Papier. Wegen ungenügender Verbreitungsmöglichkeiten wurden diese beiden ersten Ideen bis November 1980 auf Eis gelegt.
Nur EVE kam beinahe über ein Planungsstadium hinaus, denn vom 11. bis 17. Mai 1981 sollte ein Testprogramm starten, dessen Programm von den 18 EBU-Mitgliedern zugeliefert werden sollte.
Der Sender Eurikon war dann der Laborversuch, der die praktische Realisierbarkeit unter Beweis stellen sollte. Gesendet wurde multilingual in den sechs Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und alternierend Arabisch und Spanisch – gleichzeitig, wie heute bei Eurosport.
Das Signal wurde aus urheberrechtlichen Gründen verzerrt über OTS-2 (Orbital Test Satellite) von Eutelsat ausgestrahlt. Die fünf aktiven Mitglieder (ARD aus Deutschland, IBA aus Großbritannien, NOS aus den Niederlanden, ORF aus Östereich und RAI aus Italien) gestalteten je eine Programm-Testwoche, insgesamt 200 Programmstunden.
Vom 22. bis 28. November 1982 war die ARD Programmlieferant. Gesendet wurde von 19:15 Uhr bis Mitternacht. Begonnen wurde das Programm mit der Tagesschau.
Im März 1983 bot die niederländische NOS ihren ungenutzten Transponder auf ECS 1 (13° Ost) an, um ein paneuropäisches Gemeinschaftsprogramm zu verbreiten. Im Oktober 1983 war auch noch ein (sportorientierter) European Events Channel unter Federführung des ZDF im Gespräch.
Ein Unternehmensplan wurde im Mai 1984 von der NOS beschlossen und das Grundsatzabkommen im September 1984 fertiggestellt, das aber erst im März 1985 unterzeichnet wurde.
Es entstand schließlich das Pan-European Satellite Broadcasting Consortium, zu dem die ARD, NOS, RAI, RTE aus Irland und später RTP aus Portugal gehörten, unter dem Dach der EBU mit Sendersitz in niederländischen Hilversum und dem Verwaltungssitz im schweizerischen Genf.
In Portugal erhielt Europa Television eine landesweite terrestrische Frequenz. In den meisten Staaten blieb der Sender, mangels geringer Kabeldichte und unterschiedlicher nationaler Vergabevorschriften von Kabelkanälen, jedoch weitestgehend unbekannt.
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Am 27. Oktober 1986 wurde der Sendebetrieb von Europa Television plötzlich beendet. Als Gründe wurden eine schwierige Finanzierung, mangelnde Zuschauer, konzeptionelle Schwächen im Programm sowie innerpolitische Querelen in den Niederlanden genannt. Zu dieser Zeit konnten den Sender etwa 3,65 Mio. Kabelhaushalte empfangen. |
Am 27. Oktober 1986 wurde der Sendebetrieb von Europa Television plötzlich beendet. Als Gründe wurden eine schwierige Finanzierung, mangelnde Zuschauer, konzeptionelle Schwächen im Programm sowie innerpolitische Querelen in den Niederlanden genannt. Zu dieser Zeit konnten den Sender etwa 3,65 Mio. Kabelhaushalte empfangen.
Nachdem die NOS als Hauptschuldiger für das frühe Ende vorgeschoben wurde, zeigte sich auch die ARD in einer Krisensitzung höchst unmotiviert den Sender fortzuführen. Das Angebot der englischen Werbeagentur West Nelly sich als kommerzieller Träger zu beteiligen und das Projekt damit zu teilprivatisieren wurde abgelehnt.
Letztendlich blieben die fünf beteiligten Rundfunkanstalten auf Schulden von 45 Mio. DM sitzen, denn das jährliche Budget von 40 Mio. SFr war zu knapp kalkuliert worden und die EG unterstützte das Projekt nur mit einem Bruchteil der versporchenen Mittel.
Erinnerungen
An Europa Television habe ich leider keinerlei Erinnerungen, denn es war mir nicht möglich diesen Fernsehsender zu empfangen.
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Quellen: ARTE – der Europäische Kulturkanal, Broschüre, S. 225 ff.,
TELE-satellit Nr. 11/1982, S. 6 ff., uni-weimar.de |
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Weiterführende Links
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| Nostalgie in Bild und Ton |
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Senderidentifikation (1986)
Quelle: Youtube |
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Programmvorschau (1986)
Quelle: Youtube |
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Intro zur Wettervorschau (1986)
Quelle: Youtube |
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eurikon-Logoentwurf? (1982)
Quelle: TELE-satellit |
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