RTLplus/ RTL Television
ist eines der ersten deutschen privaten Fernsehstationen. In Deutschland machte sich RTL mit dem Hörfunksender Radio Luxemburg schon seit den 1950er-Jahren einen Namen. Der Hörfunkveranstalter aus dem Großherzogtum Luxemburg gibt im September 1983 bekannt, dass er im Januar 1984 ein deutsches Fernsehprogramm starten wolle.
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Am 3. Oktober 1983 um 10:15 Uhr wurden hierfür Test-Sendungen durchgeführt. Sendebeginn war schließlich der 2. Januar 1984 um 17:27 Uhr. Das Programm konnte man allerdings, da es von Luxemburg aus nach Deutschland terrestrisch hineingestrahlt wurde, zunächst nur im südlichen Rheinland-Pfalz und im Saarland über den von Dudelange aus sendenden Kanal 7 empfangen. |
Zu den ersten Sendungen gehört die Nachrichtensendung 7 vor 7 – Die Bilder des Tages, die von Geert Müller-Gerbes (später Bonfetti, Die Woche und Wie bitte?) und dem späteren Talkmaster Hans Meiser moderiert wurden. Seit dem 5. April 1988 heißen die Nachrichten RTL aktuell. Mit Peter Kloeppel als Anchorman räumte die Sendung schon Preise ab.
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| RTL-Frühstücksfernsehen „Hallo Europa – Guten Morgen Deutschland“ |
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| Teleshopping gab es auch schon früh bei RTL: „Tele-Boutique“ |
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Bevor Matthias „Metty“ Krings mit dem Li-La-Launebär auf Sendung ging, alberte er schon einige Jahre vorher in Miniplus mit Kindern durchs Programm. Das RTL-Maskottchen Karlchen, dessen Leben von Björn Hergen Schimpf eingehaucht wurde, und die beliebteste Rennsportserie der Welt, die Formel 1, waren ebenso von Beginn an dabei.
Erst ab dem 28. August 1985, Karl Dall begann in diesem Jahr mit seiner Blödel-Show Dall-As und Maria und Margot Hellwig moderierten erstmals die Heimatmelodie, erhielt RTLplus einen Transponder auf einem Eutelsat-Satelliten ECS 1 (13° Ost) und konnte so nun mehr als die bisher 200.000 bundesdeutschen Haushalte erreichen. |
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Mit dem Start des Frühstücksfernsehens Guten Morgen, Deutschland, kam RTL am 23. September 1987 seinem Konkurrenten SAT.1 um einige Tage zuvor. Der größte Coup der ersten Sendejahre war der Erwerb der Senderechte für die Bundesligasaison 1988. Ulli Potofski rief dafür die Fußball-Show Anpfiff ins Leben.
Seine erste große terrestrische Frequenzkette erhielt der Sender in Nordrhein-Westfalen, weil man am 1. Januar 1988 seinen Standort von Luxemburg nach Köln verlegte. Später aber auch in München und in Hamburg (dort musste man sich die Frequenz mit Tele 5 teilen).
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| RTL-Fußballshow „Anpfiff“ |
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| Beliebte Gameshow „Der Preis ist heiß“ |
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RTL sicherte sich im Dezember 1989 den letzten freien Transponder des erst jüngst gestarteten Satelliten Astra 1A (19,2° Ost) aus der alten Heimat Luxemburg. Zuvor holte sich schon die Astra-Organisation SES die Kirch-Sender SAT.1, Pro7 und TeleClub sowie das deutschsprachige Kulturprogramm 3sat an Bord.
Besonders Ende der 1980er-/ Anfang der 1990er-Jahre brachte RTL noch mehr Farbe in sein Programm. Sendungen wie Tutti Frutti, Alles nichts oder?!, Der Preis ist heiß und die Mini-Playback-Show waren beim Publikum ein großer Erfolg. Seriöser will RTL ab 1989 mit Spiegel TV und ab 1990 mit stern tv wirken. |
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Große Erfolge feierte auch die erste eigenproduzierte Fernsehserie Ein Schloß am Wörthersee, mit dem 1991 verstorbenen Roy Black. Anfang 1992 holte man sich das Jugendprogramm des ehemaligen DDR-Fernsehens Elf99 an Land und setzte es auf den 18-Uhr-Sendeplatz, der in einigen Bundesländern durch Regionalprogramme befüllt wird.
Als Regionalprogramme, die RTL benötigte, um seine terrestrischen Frequenzen zu halten, gab und gibt es u. a. teilweise heute noch Regional 7 für das Saarland, RNF-Life ab 1986 für das Rhein-Neckar-Dreieck, das Bayern Journal (seit 1989) und Franken Life (seit 1995) für Bayern sowie Tele West für Nordrhein-Westfalen.
In den neuen Bundesländern wurden die Regionalfenster jedoch nicht unterstützt, obwohl RTL 1993 unter dieser Auflage eine Frequenzkette in Sachsen zugesprochen wurde. Die Drehscheiben Chemnitz, Dresden und Leipzig sahen nie einen RTL-Pfennig, so ging 1995 die Frequenzkette an Kabel 1 verloren.
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| Hugo-Egon Balders „Tutti Frutti“ |
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| Ex-DDR-Jugendsendung „Elf 99“ |
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Am 31. Oktober 1992 legte man das Namensanhängsel plus ab und präsentierte sich als RTL Television. Im selben Jahr starteten die erste deutsche Daily Soap Gute Zeiten, schlechte Zeiten, die erste deutsche Daily-Talkshow Hans Meiser, das Mittagsmagazin Punkt 12 sowie der Quotengarant Traumhochzeit mit Linda de Mol.
Ein Deal mit Disney verschaffte RTLplus die Ausstrahlungsrechte der Disney-Spielfilmklassiker in der Disney-Filmparade (1992), die zunächst von Thomas Gottschalk und später von Blümchen moderiert wurde. Zudem wechselte der Disney Club vom Ersten zu RTL, in dem noch mehr Disney-Zeichentrickserien gepackt wurden.
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Bereits ein Jahr später schaffte es RTL der unangefochtene Marktführer in Deutschland zu sein. Somit war es das erfolgreichste private Fernsehprogramm Europas geworden. Weitere Highlights 1993 waren die erste deutsche Late-Night-Show mit Thomas Gottschalk, RTL Samstag Nacht und Ulla Kock am Brinks Die 100.000-Mark-Show. |
Die nachmittäglichen US-Serien wie CHiPs oder Mord ist ihr Hobby wurden ab Anfang 1993 gegen die Dailytalk-Shows Ilona Christen, Bärbel Schäfer und später auch Sabrina mit Sabrina Staubitz, Birte Karalus und Die Oliver Geissen Show ersetzt, die mehrere Jahre für Zündstoff sorgten.
Allmählich begann man das Vormittagsprogramm auszubauen, dass bis dahin von US-Soaps, wie California Clan, Reich und schön und Die Springfield-Story sowie Wiederholungen vom Vortag dominiert war. Zunächst wurde die Gameshow Der Preis ist heiß vom Vorabend hierhin verlegt und es gesellte sich die neue Gameshow Familienduell hinzu.
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| Teleshopping in den 90ern „Showladen“ |
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| Servicesendung „Wie bitte?!“ |
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Weitere Erfolge bescherten RTL 1994 die Info-Offensive: Heiner Bremers Nachtjournal, Birgit Schrowanges Extra, Frauke Ludowigs Exclusiv, Peter Kloeppels kurzlebiges Tag X und Punkt 7 gingen auf Sendung. Die neue Daily-Soap Unter uns ergänzte fortan GZSZ.
RTL setzte ab Mitte der 1990er-Jahre immer mehr auf eigenproduzierte Fernsehserien und rief sehr erfolgreich die Stadtklinik (1993), Doppelter Einsatz (1994), Balko, Und tschüss …!, Dr. Stefan Frank (1995), Alarm für Cobra 11, S. K. Babies, Der Clown (1996), Hinter Gittern (1997), Medicopter 117 (1998), Die Cleveren (1999) ins Leben.
Der Sonntag wurde in den 1990-ern von Fantasy- und Science-Fiction-Serien begleitet. Den Anfang machten Wonder Woman (1993), Hercules (1994) und Xena (1996) – letztere beide zunächst in Spielfilmlänge, dann in Serie – später folgten Spielbergs SeaQuest D. S. V. (1994), Earth 2 (1995), Fantastic Journey (1995), Space Cops – Tatort Demeter City (1996) und Sliders – Das Tor in eine fremde Dimension (1997).
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| Nachrichtenmagazin „Punkt 12“ |
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| Infosendung „Explosiv – Das Magazin“ |
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Ebenso erfolgreich war RTL mit seinen vielen eigenproduzierten Comedyserien. Den Anfang machten die Plagiate Ein Job fürs Leben (1992) und Hilfe, meine Familie spinnt (1992). Einige Jahre später folgten Das Amt (1997), Die Camper (1997) Nikola (1997), Ritas Welt (1999) sowie Alles Atze (2000) und Mein Leben und ich (2001).
Im Bereich Familienunterhaltung am Wochenende gab es auch eine Reihe Ideen, wie beispielsweise Rudis Urlaubsshow (1994), Glückritter (1996), Hausfieber (1998) oder jüngst mit der Die 70er-, Die 80er- und Die 90er-Show (2002–03). In Ostalgie konnte man in der Die DDR-Show (2003) schwelgen.
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Weitere Highlights für RTL wurden die Boxkämpfe mit Henry Maske (1995/96), der Domino-Day (seit 1998), Wer wird Millionär? (seit 1999), Skispringen mit Martin Schmitt und Sven Hannawald (2000/02), Deutschland sucht den Superstar (seit 2002), Die ultimative Chartshow (seit 2003) sowie Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! (seit 2004). |
Nachrichtenkompetenz zeigt RTL am 11. September 1999, als Peter Kloeppel in einem Nachrichtenmarathon über die Geschehnisse des Attentats auf das World Trade Center und Antonia Rados sowie Ullrich Klose ab 27. Januar 2003 vom Krieg im Irak berichteten.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends starteten eine Vielzahl von Reality-Formaten. Die Doku-Soaps Mein Baby (seit 2002), Einsatz in vier Wänden (seit 2003) sowie Die Super-Nanny (seit 2004) zählen zu den ersten. Dazu gesellten sich Unsere erste gemeinsame Wohnung (seit 2005), Rach, der Restauranttester (seit 2005), Bauer sucht Frau (seit 2005), Helfer mit Herz (seit 2006), Raus aus den Schulden sowie Das Erziehungscamp (seit 2007).
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Sonja Zietlows Gameshow „Der Schwächste fliegt“ |
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| Umstrittene Castingshow „Deutschland sucht den Superstar “ |
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Die Versuche die Gameshow ins Nachmittagsprogramm zurückzuholen blieben mit Der Schwächste fliegt! (2001) und Einer gegen 100 (2008) leider erfolglos. Statt dessen profilierten sich die so genannten Gerichtsshows Das Jugendgericht (2001), Das Familiengericht (2002) und Staatsanwalt Posch ermittelt (2007).
Erinnerungen
Meine erste Berührung mit RTL fand im Winter 1989 statt. Bereits im Frühjahr 1990 konnte ich es dann selbst empfangen. Nun konnte ich Knight Rider, Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann, Ultraman – Mein geheimes Ich, Mein Vater ist ein Außerirdischer, Der Preis ist heiß, Knight Rider und und und … selbst sehen.
Besonders in den frühen 1990er-Jahren bot RTL noch jede Menge US-Cartoons und US-Serien an. Samstag morgen schaute die ganze Familie zum Frühstück David, der Kabauter, Yogi Bär oder Scooby Doo. Ebenso gemeinsam saßen wir vor der Mini Playback Show.
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| Vorschau zu „Li-La-Launebär“ |
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Bis etwa 1993 blieb der Sender mein erklärtes Lieblingsprogramm. Denn liebend gerne schaute ich Alles nichts oder?!, Ein Schloß am Wörthersee, die Traumhochzeit oder aber auch Notruf mit Hans Meiser. Doch dann wurde, meiner Meinung nach, das Programm immer schlechter und es traten nur wenige Programmperlen hervor.
Perlen, wie zum Beispiel die Comedyreihe RTL Samstag Nacht, die eigenproduzierte Krimiserie Die Wache, die eigenproduzierte Comedyserie Mein Leben und Ich oder die US-Comedyserie Hör mal, wer da hämmert. Jahre später schaltete ich dann eigentlich nur noch freitags zu den Freitag Nacht News und dienstags zu Dr. House und Monk ein.