SAT.1

begann seinen Sendebetrieb zwar erst am 1. Januar 1985, dennoch ist es das erste private Fernsehprogramm in Deutschland, denn genau ein Jahr zuvor um 9:58 Uhr startete das Vorläuferprogramm PKS (Kurzform für Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk) im Ludwigshafener Kabelpilotprojekt.

Jürgen Doetz, der damalige Programmdirektor, und Moderatorin Irene Joest begrüßten damals die Zuschauer in den 1.200 Kabelhaushalten. Der Anlass für den Namenswechsel zu SAT.1 ist die Aufnahme des Sendebetriebs über den Fernmeldesatelliten ECS 1 von Eutelsat auf 13° Ost.

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Jürgen Doetz zum Sendestart des Vorgängers PKS.
 
Programmvorschau für den 7. August 1985

Als zweiter deutscher Fernsehsender führte SAT.1 am 1. Oktober 1987 das Frühstücksfernsehen (Guten Morgen mit SAT.1, später Deutschland heute morgen und Sat.1-Frühstücksfernsehen) ein. RTL kam SAT.1 zuvor, denn die Luxemburger bekamen Wind von dem Plan, dass SAT.1 ein solches Morgenmagazin plane.

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Noch vor RTL erhielt SAT.1 eine terrestrische Frequenz, nämlich in Berlin, wo man seit der IFA ’87 auf UHF-Kanal 25 sendete. Ab Januar 1988 unterbrach RIAS-TV teilweise das Programm. Schon früh führte SAT.1 das im September 2004 wieder abgeschaffte VPS-Signal sowie den Teletextdienst SAT.1-Text ein.

Seit Dezember 1989 ist der Sender auch über den Satelliten Astra zu empfangen. Seit 1991 zeigte man in der Nachtlücke den SAT.1-Text, 1993 begann das 25-Stunden-Programm.

Große Erfolge feierte SAT.1 ab November 1988 mit der Gameshow Glücksrad und der Talkshow Schreinemakers Live (1992–1996), die während der Live-Sendung auf Grund der Stellungnahme zu den Vorwürfen der Steuerhinterziehung der Moderatorin vom Sender gecancelt wurde.

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Typisch Springer, die DDR fehlt in der Wetterkarte bis Ende der 80er.
 
Teleshopping gab es auch schon Anfang der 80er-Jahre mit „Tele Shop“

Der Umzug nach Mainz-Lerchenberg, wo 1990 das neue Sendezentrum eröffnet wurde, brachte die Polittalkshow Talk im Turm hervor, die ab 1992 von Gero von Boehm moderiert wurde. Die Sendung blieb bis 1999 fester Bestandteil des Sontagabendprogramms, Boehm musste allerding bereits 1998 die Sendung verlassen.

SAT.1 gilt seit Beginn der 1990er-Jahre als Kopierwerk seines größten Konkurrenten RTL. So begann der Sender ab 1992, ausgelöst durch den Erfolg der RTL-Serie Ein Schloß am Wörthersee, mit der Produktion von eigenproduzierten Fernsehserien. Zu den ersten gehörten Der Bergdoktor, Wolffs Revier (1992), Hallo Onkel Doc! und Kommissar Rex (1994). Als erste eigenproduzierte SAT.1-Fernsehserie gilt übrigens Justitias kleine Fische, die weniger erfolgreich schon 1988 entstand.

Als man Karl Dall von Köln abwarb wurde seine Sendung gleich mitgenommen und unter dem Titel Jux & Dallerei gesendet. Die Sendung Geh aufs Ganze! (1992) lief zeitgleich mit der RTL-Gameshow Der Preis ist heiß. Ein Pendant zu Tutti Frutti war Mann-O-Mann (1992) mit Peer Augustinski.
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Die Daily-Talkshows, die seit 1992 sehr erfolgreich bei RTL liefen, hielten mit Herrmann (1993), Kerner, und Vera am Mittag (1996) sowie später auch beispielsweise mit Sonja (1997), Jörg Pilawa (1998), Britt – Der Talk um Eins (seit 2001) Einzug ins SAT.1-Programm.

Zur Saison 1992 sicherte sich SAT.1 die Rechte an der deutschen Bundesliga. Aus diesem Anlass wurde die Fußballshow ran mit den Moderatoren Reinhold Beckmann, Johannes B. Kerner, Jörg Wontorra und Oliver Welke ins Leben gerufen. Der Hauptsendung folgten ranissimo (1992) und ran fun (1995).

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„Bingo“-Gameshow
 
Bundesliga-Fußballshow „Ran“

Gemeinsam mit ProSieben, Kabel Eins und Vox verlegte SAT.1 die Hauptsendezeit (die so genannte Prime Time) im Frühjahr 1995 auf 20:00 Uhr, um so der ARD-Tagesschau die Zuschauer zu entlocken. Doch genau das Gegenteil trat in Kraft und so wurde ab 1996 wieder brav eine viertel Stunde später mit dem Hauptabendprogramm begonnen.

Zwar hatte RTL schon seit 1992 eine Late-Night-Show im Programm, doch das Format schwächelte dort seit Gottschalks Ausstieg. Umso verwunderlicher, dass sich SAT.1 nun an dieses Format heranwagte. Doch die Harald Schmidt Show war seit Dezember 1995 über mehrere Jahre sehr erfolgreich im Programm.

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Langjähriger Quotengarant I:
„Die Harald-Schmidt-Show“
 
Langjähriger Quotengarant II:
„Die Wochenshow“

Im selben Jahr starteten im Übrigen Ulrichs Meyer Tag-X-Pendant AKTE, der RTL-Einkauf Nur die Liebe zählt sowie die Fernsehserie Für alle Fälle Stephanie. Ein Jahr später ging Der Bulle von Tölz auf Sendung.

Die Wochenshow
(1996) war nach der Mike-Krüger-Show (1992) die erste erfolgreiche Comedyshow im SAT.1-Programm. Zu Beginn des neuen Jahrtausends begann SAT.1 mit einer Flut von mehr oder weniger lustigen Comedyformaten (beispielsweise Ladykracher (2002), Die dreisten Drei und Sechserpack (2003), die im so genannten „Fun Freitag“ gipfelten.

Ebenso verschrieb sich SAT.1 den Comedyserien und rief Hausmeister Krause – Ordnung muss sein, Anke (1999) und Axel! (2002) hervor.

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SAT.1 führte im September 1999 sehr erfolgreich das Format der Gerichtsshow ein. Schon das ZDF feierte mit diesem Format seit April 1999 (Streit um drei) Erfolge. Richterin Barbara Salasch, die wegen des Wortes „Maschendrahtzaun“ der Klägerin Regine Zindler durch Stefan Raab zu humoristischen Ehren gelangte, wurde 2001 mit Richter Alexander Hold ergänzt.

Im Jahr 2000 fusionierte es organisatorisch mit dem Konkurrenten aus der eigenen Senderfamilie – ProSieben. Zusammen mit den Programmen Kabel Eins, 9live und N24 wurde die Senderfamilie ProSiebenSat.1Media gegründet.

Quotenerfolge werden in den nächsten Jahren eine Seltenheit. Nur wenige Fernsehserien und Shows können beim Publikum punkten, so beispielsweise Edel & Starck (2002), Star Search (2003), Genial daneben (seit 2003) Clever – Die Show, die Wissen schafft und die Schillerstraße (seit 2004).

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Promi-Comedy-Ratesendung
„Genial daneben“
 
Erste deutschsprachige Telenovela eines Privatsenders: „Verliebt in Berlin“

Große Erfolge feierte SAT.1 mit der Telenovela Verliebt in Berlin (2005), dessen Finale in einer großen Show etwa ein Jahr später verlief und mit Fröhliche Weihnachten mit Bastian Pastewka und Anke Engelke.

Seit 1999 sendet SAT.1 aus Berlin. Der Umzug nach Unterföhring bei München ist jedoch schon seit 2008 geplant und soll demnächst vollzogen werden.


Erinnerungen

SAT.1 sah ich ab Mitte Oktober 1987 über den terrestrischen Berliner UHF-Kanal 25. Die Frequenz gab es freilich in Berlin schon seit Ende August, andere Quellen sprechen auch vom Mai, doch bis diese Nachricht auch nach Ost-Berlin in meinen Stadtteil Marzahn vordrang, verging einige Zeit.

Damals konnte man das Programm noch ohne dem störendem RIAS-TV sehen, das erst 1988 auf Sendung ging. Vor allem die 19-Uhr-Serien sind bei mir haften geblieben, so beispielsweise Raumschiff Enterprise, Airwolf, MacGyver, Hardcastle & McCormick, Tennis lieber als Kanonen oder Bret Maverick und Rauchende Colts.

Aber auch das Nachmittags- und Vorabendprogramm konnte sich mit Bezaubernde Jeannie, Familie Feuerstein, Love Boat, Drei Mädchen und drei Jungen, Mini-Max sehen lassen. Da der gebührenpflichtige Ost- und Westfunk damals noch Mittagspause schoben, war sogar die Tele-Börse spannend.

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Pausenfüllende Gewinnspielchen
 
Kino-Donnerstag mit Premieren

Nach meinem Umzug nach Karl-Marx-Stadt war erst einmal Schluss mit dem SAT.1-Empfang. Umso erfreulicher war es, als man es ab Ende 1988 das Berliner Signal in die Gemeinschaftsantennenanlage aufnahm. Eine Unterbrechung gab es in den Wendemonaten. Anschließend wurde das bundesweite Programm eingespeist.

Gerne erinnere ich mich auch an das Glücksrad, was nach der RTL-Sendung Der Preis ist heiß, meine zweitliebste Gameshow war. Weniger mochte ich Geh auf’s Ganze!. Doch dafür sah ich gern die Mike-Krüger-Show und Punkt, Punkt, Punkt. Mitte der 90er-Jahre holte sich SAT.1, sehr zu meiner Begeisterung, sämtliche Star-Trek-Serien an Bord.

Leider nahm meines Empfindens nach die Qualität des Programms ab Mitte der 1990er-Jahre ab, so dass SAT.1 heute einer der Fernsehsender ist, den ich heute so gut wie nie sehe. Nur einige wenige Sendungen, wie Die Wochenshow oder die erst vor wenigen Jahren leider gefloppte Fernsehserie Allein unter Bauern, konnten mich dazu animieren SAT.1 weiterhin einzuschalten.

 
  Weiterführende Links

• Liste der SAT.1-Fernsehsendungen (intern)
25 Jahre SAT.1
Wikipedia: SAT.1
Fernsehkult: SAT.1 (private Homepage)
 
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Mitschnitt des PKS/SAT.1-Sendestarts (1984)
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„SAT.1 Blick“ mit Hans-Hermann Gockel
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Frühstücksfernehen (1987)
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„Glücksrad“ (1988–98)
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